Die Anfänge

Die Anfänge des Tennissports in Bernkastel-Kues dürften um 1890 liegen. Gespielt wurde damals auf einem Platz, der zu dem Restaurant Moselland am Nikolausufer gehörte. Eine lückenlose Chronik lässt sich nicht mehr erstellen, jedoch konnte durch Informationen älterer Mitglieder, durch Pressebericht, Fotos und Protokollbücher als Gründungsjahr des TC Grün-Weiss Bernkastel-Kues das Jahr 1895 ermittelt werden.

Um das Jahr 1900 hat die Casinogesellschaft Bernkastel-Kues - aus dem der TC Grün-Weiss später eigenständig hervor ging - einen Tennisplatz für ihre Mitglieder in der Schanzstrasse am heutigen Stadtpark gebaut. Aufzeichnungen belegen für das Jahr 1904 bereits Meisterschaften auf der Anlage.

Die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen

Infolge der Wirren des 1. Weltkrieges hat sich der Tennisclub der Casinogesellschaft aufgelöst. In den ersten Jahren nach dem Krieg war an eine Neugründung nicht zu denken. Erst am 16.Juni 1924 wurde eine Versammlung von Tenniswilligen ins Casino einberufen. Das Protokoll weist 77 Namen auf, die sich als Mitglieder einschrieben und somit den Verein neu gründeten. Ein Vorstand wurde gewählt, der auch bereits Jahresbeiträge festgelegt hat.

Vorsitzender: Frau Louis Hauth Beiträge:
Schriftführer/Kassierer: W. Keller Aktive: 15 Mark - Inaktive: 3 Mark
Spiel-/Platzwart: P. Melsheimer Schüler: 5 Mark - Ferienmitglieder: 5 Mark

In einer weiteren Mitgliederversammlung vom 26. November 1924 wurde beschlossen, dem "Deutschen Tennisbund" beizutreten. Im Februar 1925 erarbeitete eine Kommission - bestehend aus den Herren Dr. Schmitgen, P. Melsheimer und W. Keller - die "Satzung des Tennisclubs der Casinogesellschaft Bernkastel-Cues", die von der Mitgliederversammlung am 11.Februar 1925 beschlossen wurde. Die Farben des Clubs wurden mit "grün-weiss" festgelegt. Es wurde auch bestimmt, dass nur Mitglieder der Casino-Gesellschaft Bernkastel-Cues bzw. deren Angehörige Mitglied im Tennisclub werden konnten. Das Mindestalter wurde auf 15 Jahre festgelegt.

Im November 1925 wurde der Tennisplatz im heutigen Stadtpark durch Hochwasser völlig verwüstet. Dieses Naturereignis ist Anlass zum Bau einer neuen Tennisanlage. Da am Bernkasteler Moselufer keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten bestehen, wird ein geeignetes Grundstück am "Wehlener Weg" - heute Brüningstrasse - von der Pfarrgemeinde Kues für jährlich 250,00 DM gepachtet. Dort entstehen im Jahr 1926 zwei Tennisplätze und im Jahr 1927 ein dritter Platz. Zu der Anlage gehört auch ein Unterkunftshäuschen mit Wasserklosett, Brause und Umkleideraum. Hierfür werden 1.300 DM investiert. Im März 1930 wird ein neuer Vorstand gewählt; dieser beschliesst, auch Nicht-Mitgliedern der Casino-Gesellschaft den Beitritt in den Tennisclub, da infolge der hohen Investition durch den Bau der Plätze und des Unterkunftshäuschens dringend zusätzliche Einnahmen benötigt werden. In der Generalversammlung am 25.April 1932 kündigt sich die Trennung des Tennisclubs von der Casino-Gesellschaft an, da diese sich weigert, die Pacht für die Tennisanlage zu zahlen. Ein Kompromiss wird zunächst darin gefunden, dass die Kosten geteilt werden - jedoch der Höchstbetrag für die Casino-Gesellschaft bei 75 DM liegt.

Im Bericht von der Spielzeit 1933 - verfasst vom damaligen Vorsitzenden Karl E. Wehr - wird die endgültige Loslösung des Tennisclubs von der Casinogesellschaft erwähnt. Der Club heisst jetzt "Tennisclub Bernkastel". In diesem Bericht ist jedoch auch vermerkt, dass der Club nur noch 26 Mitglieder aufweist und eine Weiterführung sich sehr schwierig gestaltet. Durch die Eigenständigkeit erhofft sich der Vorstand neue Mitglieder, die jedoch - nicht zuletzt durch die politischen Ereignisse - ausbleiben. Die letzte verfügbare Niederschrift vor dem 2. Weltkrieg datiert vom 2. Mai 1934.

Der Wiederaufbau ab 1950

Mit der Mitgliederversammlung am 05. Mai 1950 beginnt der Wiederaufbau des Tennisclubs Bernkastel. Es waren die Herren Dr. Peter Schmitgen und sein Sohn Herbert Schmitgen, die als Initiatoren des Neubeginns zu nennen sind. In der Mitgliederversammlung, an der mind. 30 Personen teilnahmen, wurde ein vorläufiger Vorstand gewählt, der die nötigen Schritte zur Wiederinstandsetzung der in den 16 Jahren seit 1934 stark mitgenommenen Tennisanlage einleiten sollte. Durch eine Spendensammlung sollten die notwendigen Gelder aufgetrieben werden, die erforderlich waren, die Bespielbarkeit der Tennisanlage wieder herzustellen. Nach Eingang von Spenden in Höhe von 1.000 DM konnte die Tennisplatz-Spezialfirma Becker aus Wiesbaden die Tennisplätze herrichten, so dass der Spielbetrieb im Juni 1950 wieder aufgenommen werden konnte. Im Juni 1950 wurde Artur Mertes zum 1.Vorsitzenden gewählt. In den Jahren bis 1962 konnte der Verein stetig wachsen, so dass er über ein stattliches Guthaben verfügte. Das Vereinsleben zeigte sportliche Erfolge und gesellige Stunden im steten Wechsel. An dieser Stelle muss ein Mann erwähnt werden, der über viele Jahre seinem Tennisclub auf das engste verbunden war: Karl Kosney. Er verstand es nicht nur seine Platzanlage in einem tadellosen Zustand zu erhalten; sein Humor und seine Lebensfreude übertrug auf Mitglieder und Gäste und sorgte für eine angenehme, freudige Atmosphäre auf der Anlage. Selbst mit 80 Jahren war er noch aktiv als Platzwart tätig.

Im Jahr 1962 geht für den Tennisclub ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Der offene Steinpavillon, für die zahlreichen Clubfeiern ohnehin zu klein, erhält einen Anbau und präsentiert sich von da ab als geschlossenes Clubheim. Es ist immer noch bescheiden und ohne eigene Gastronomie, es bietet aber die Möglichkeit, sich unabhängig von Witterung und Jahreszeit zu treffen. Die erste Mitgliederversammlung findet am 24. März 1962 bereits im eigenen Heim statt. Die Wahlen zum Vorstand ergeben folgende Zusammensetzung:

1. Vorsitzender: Artur Mertes Sportwart: Kurt Hoffmann
2. Vorsitzender: Manfred Günter Beisitzer: Dr. Siegling
Schriftführer/Kassenwart: René Achtermann

Dieser Vorstand wird in den folgenden Jahren mehrmals in seinem Amt bestätigt, nachdem das Amt des Beisitzers ab 1964 nicht mehr besetzt wurde.

Am 25. November 1971 geht eine ära zu Ende. Nach mehr als 21 Jahren ununterbrochener Tätigkeit als Vorsitzender des Tennisclubs erklärt Artur Mertes seinen Rücktritt. Artur Mertes wird zum Ehrenvorsitzenden gewählt und bleibt dem Tennisclub mehr als 30 weitere Jahre bis zu seinem Tod 2002 eng verbunden.
Neuer 1. Vorsitzender wird Dr. Dr. Koch, 2. Vorsitzender wird Fritz Lord. Beide Herren konnten durch persönlichen Einsatz in den folgenden Jahren die Mitgliederzahl ernorm steigern. Zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern waren sie Initiatoren für eine Vielzahl von geselligen Veranstaltungen, die in den 70iger Jahren in grandiosen Karnevalsbällen, Nikolausfeiern und gemeinsam mit dem Ruderverein ausgerichteten Winterbällen ihre Höhepunkte hatte.

Aber auch die sportlichen Erfolge konnten sich sehen lassen. Bereits 1967 konnte die erste Herrenmannschaft des TC Grün-Weiss in die A-Klasse des Tennisverbands Rheinland aufsteigen. Auch in den folgenden Jahren war die 1. Herrenmannschaft Aushängeschild des Vereins.
Im Jahr 1972 wurde die erste Damenmannschaft zu den offiziellen Poensgenspielen gemeldet. Im Jahr 1974 gelang dann der Aufstieg in die A-Klasse. In diesem Jahr spielten bereits fünf Mannschaften in den Pflichtspielen. Das Damentennis erlebte im Jahr 1977 einen vorläufigen Höhepunkt. Mit Siegen über TC Bad Kreuznach, TC Simmern, TC Bitburg, TV Trier, TC Kirn und - in einem echten Endspiel gegen den Sieger der Parallelgruppe - den TC Hamm erreichte die erste Damenmannschaft den Aufstieg in die Rheinlandliga.

Umzug auf das Kueser Plateau

Seit Anfang der 70iger Jahre laufen in Bernkastel-Kues die Planungen zur Erschliessung des Kueser Plateaus; es geht um den Bau von zunächst 2 Kurkliniken, um die Erschliessung eines Baugebietes "Am Kurpark" und die Schaffung einer Infrastruktur, die den Ansprüchen der künftigen Gäste und Patienten entsprechen soll. Am Rande des Kurparks wurde eine 6-Platz Tennisanlage geplant.

Am 16.September 1978 war es dann soweit: unter grosser Teilnahme der öffentlichkeit und der Clubmitglieder wurde die neue 6-Platz-Anlage durch Landrat Dr. H. Gestrich, Verbandsbürgermeister W. Kreuzberg und Stadtbürgermeister Franz-J. Veltin den Tennisclub Grün-Weiss übergeben. Als sportlicher Höhepunkt konnte das Herrendoppel zweier Bundesligastars gegen den damaligen Hallen-Rheinland-Meister, Clubmitglied Harald Meyer mit seinem Partner Max Pothmann aus Traben-Trarbach angesehen werden. Nur die Routine verhalf den Gästen zum glücklichen Sieg.

Der Neubau des Clubhauses im Jahr 1979 komplettierte die Anlage. Im gleichen Jahr wurde von der Familie Fritz Lord - angrenzend an die Tennisanlage - eine 3-Platz Tennishalle gebaut. Somit kann in Bernkastel-Kues ganzjährig Tennis gespielt werden. Es stehen, da auch das Hotel Moselpark über eine 4-Platz Tennishalle verfügt, 7 Hallenplätze für den Ganzjahresbetrieb zur Verfügung.
Die erweiterten Spielmöglichkeiten liess die Mitgliederzahl in den kommenden Jahren auf fast 300 ansteigen. In der Saison 1980 spielten 5 Herren- und 3 Damenmannschaften, eine Jungen- und eine Mädchenmannschaft sowie eine Seniorenmannschaft. In den folgenden Jahren setzte sich dieser Trend noch weiter fort, so dass in manchen Jahren die Clubanlage schon zu klein schien. Deshalb entschloss sich der Vorstand im Jahr 1989 zum Bau eines 7- Platzes.
Bereits 1982 wurde ein "Förderverein" gegründet; dieser hatte sich zur Aufgabe gestellt, Spielerverstärkungen für die 1. Damen- und Herrenmannschaft zu verpflichten und talentierte Jugendliche finanziell zu fördern. Der Förderverein übernahm die Kosten der anfallenden Spesen und die Clubbeiträge der Gastspieler, so dass dem Verein hieraus keinerlei finanzielle Belastungen entstanden. Dies führte dazu, dass spielstarke Gästespieler insb. in die erste Herrenmannschaft integriert werden konnten, so dass in den Jahren ab 1990 diese Mannschaft den Weg über die Rheinlandliga bis in der Regionalliga 1993 fand. Dieser Erfolg konnte jedoch nur durch "gekaufte" Tennisstars wie die Schweden Jan Sandberg und Per-Ole Lindkvist und den Slowaken Brani Stankovic gewährleistet werden. Nach dem Rückzug des Fördervereins konnte zumindest die Rheinlandliga lange Jahre gehalten werden.
Auch die Damenmannschaft des TC Grün-Weiss - bestehend aus Jugendlichen - spielte in dieser Zeit in der A-Klasse des Tennisverbands Rheinland.

Neben den sportlichen Aktivitäten kam auch das gesellige nicht zu kurz. Neben Herbstfesten, Rad- und Wandertouren wurden auch gut besuchte Weinproben veranstaltet.

100 Jahr-Feier 1995

Das Jubiläumsjahr 1995 war ein gesellschaftliches Highligt in Bernkastel-Kues. Hier gilt der besondere Dank dem langjährigen 1. Vorsitzenden René Achtermann, der es glänzend verstand, ein aussergewöhnliches Programm zusammen zu stellen. Zu den zahlreichen Veranstaltungen, die unten aufgeführt sind, konnte der Vorstand neben zahlreichen Mitgliedern eine Vielzahl von Gäste aus nah und fern begrüssen.

26. März '95 Jubiläumsveranstaltung "Ein starkes Stück Vergangenheit"
im Festsaal des Weinmuseums
01. April '95 "Chice Mode - nicht von gestern"
Modenschau im Haus Heidemanns (Dr. Peter Pauly)
29. April '95 "Tennistreff für Jung und Alt"
Tag der offenen Tür auf der Clubanlage und in der Tennishalle Lord
01. Juli '95 "Ball des Jahrhunderts"
Jubiläumsball in Kooperation mit Hotel Moselpark, im Programm Mitglieder der Erfurter Kleinkunstbühne
25. - 27. August '95 "Die Thronfolger des weissen Sports"
Internationales Jugendturnier mit Teilnehmern aus den Niederlanden, Frankreich, Belgien und aus heimischen Vereinen
15. - 17. September "Unsere Nachbarn feiern mit"
Freundschafts-Einladungsturnier für Aktive aus den Nachbarvereinen
22. - 24. September "Alle Jubeljahre einmal"
Wir feiern Geburtstag
Öffentliche Veranstaltung im Hof der Weinbauschule
24. November '95 "Jubiläums-Weinprobe"
im Weingut (Gewölbekeller) Dr. Peter Pauly


Zum Jubiläumsjahr hat der Verein eine Festschrift herausgegeben. Die Gestaltung dieser gelungenen Schrift übernahm das Clubmitglied Willi Bottler und sein Team. Ihm gebührt Dank und Anerkennung. Bilder von den einzelnen Veranstaltungen sind in der Bildergalerie zu sehen.

Chronik ab 1995 noch in Bearbeitung